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Zitate aus Rezensionen zu
Land
«Die
äussere Handlung stellt auch diesmal nur einen Rahmen für kunstvoll
stilisierte Miniaturen bereit. Vor allem anderen porträtiert Monioudis
das Lebensgefühl der Levante: Seinen reisenden Helden, dessen Namen wir
nie erfahren, lässt er über die großen Boulevards besagter südlicher
Städte schlendern; die stimmungsvollen Bilder werden aber immer wieder
von Erinnerungen an die Kindheit des Reisenden unterbrochen, die er tief
in der Schweiz verbracht hat. Hier gewinnt das Lebensgefühl eines Weltbürgers
Kontur, das Reisen scheint die eigentliche Lebensform dessen zu sein, der
seine Wurzeln in vielen Ländern entdeckt. Mit seiner mosaikartigen Erzähltechnik
folgt Monioudis einer anspruchsvollen Ästhetik der Gleichzeitigkeit, die
nicht auf Spannung und deren pointierte Auflösung abzielt, sondern
unterschiedliche Eindrücke und Erfahrungen simultan vermitteln will.» «Inspiriert
von den heiseren Ohrwürmern der legendären ägyptischen Sängerin Umm
Kulthum und von Gottfried Benns Sehnsucht nach dem mediterranen Blau
erweist sich Perikles Monioudis erneut als faszinierender Erzähler. Den
überbordenden Eindrücken und Mentalitäten des Mittelmeerraums begegnet
er mit alpin kühler Beschreibungslust. Land ist nicht zuletzt ein
Buch über das Schauen und den Kult des Blicks.» «Perikles
Monioudis gehört zu den wenigen zeitgenössischen Autoren, deren Werk von
der beharrlichen Entwicklung einer originären Poetik zeugt. Oft ist das
Befremden hervorgehoben worden, das sich bei der Lektüre seiner Prosa
einstellt, bevor die sorgfältige Komposition und die Bedeutungsvielfalt
sichtbar werden, die ihr kontemplativer Blick erzeugt. Wenn Befremdung das
Resultat einer durchdringenden Weltsicht ist, dann ist Monioudis' jüngster
Roman Land an deren Quelle angelangt, der Fremdheit selbst. (...)
So eigenwillig und zugleich zwanglos überzeugt dieser vagabundierende
Roman von einer Poetik, in der allein die lebendige Wirklichkeit jenseits
der starren Grenzen zwischen Heimaten, Kulturen und Sprachen zählt.» «Perikles
Monioudis zeigt uns in Land einen Romanhelden, der letztendlich
selbst entscheidet, welche Familienrezepte er bäckt und welche nicht.
Soweit das Vordergründige. Worum es hier tatsächlich geht, sind
Familienwurzeln und Herkunftsprägungen, mit denen sich der Romanheld
nicht ohne weiteres identifizieren will. Er möchte selbst aussuchen, was
er beibehält und von was er sich trennt. Monioudis interessieren Brücken,
die sich über nationale Kulturgrenzen hinweg schlagen lassen.» «Der
Reisende im Roman ist auf der Suche nach dem Anderen in sich selbst. Er
saugt Eindrücke auf, um sie in Sprache zu verwandeln. Er fragt sich, was
die Orte mit ihm zu tun haben. Am Schluss verabschiedet sich der Flaneur
in Barcelona von einer verflossenen Liebe, einer deutschen Botanikerin,
die in Spanien Arbeit gefunden hat. Im Roman wird der Autor nur einmal
laut, als die Botanikerin auf dem Schiff erlebt, wie zwei junge Männer
eine Möwe zu Tode quälen. Monioudis liebt die Verlockungen der Fremde,
die auch in Schmerz ausarten können.» «Den
Mittelmeerraum kann man sich auch als Ort vorstellen, an dem Millionen von
Menschen auf der Flucht vor Katastrophen und Kriegen waren und sind oder
die dort ihr Glück suchen. Der Reisende aus Perikles Monioudis' Roman
Land macht sich auf zum Mittelmeer, um seinen griechischen Vorfahren
nachzuspüren, die eine berühmte Zuckerbäckerei besaßen, er möchte
deren Rezeptbuch finden. Seine Familie kam von Griechenland nach
Alexandria, das sie verlassen musste, weshalb sie in die Schweiz zog. Er
ist als Diplomat für die Schweiz in Berlin tätig. Seine Suche nach dem
Buch wird schnell zur Begegnung mit der eigenen Herkunft und zur
Entdeckung einer Kultur, deren Architektur, Menschen, Gesten und
Geschichte von Alexandria bis zur türkischen Westküste gemeinsame Züge
aufweisen.» «Es
sind viele feine Erkenntnisse in diesem Roman, die feinste und einfachste
ist vielleicht die, dass Heimat dort ist, wo man das Gewöhnliche vom
Aussergewöhnlichen unterscheiden kann.» «Der
Roman ist ein poetischer, sehr suggestiver Zickzack übers Mittelmeer,
eine Art Monolog, leise gesprochen, fast geflüstert. Die Reise bestätigt
sich als Besiegelung eines unsäglich langen Abschieds, in den hinein der
geübte Konditor Perikles Monioudis grandiose Mittelmeerbilder backt –
sehr genaue Beobachtungen, die die Lesenden nicht so schnell vergessen und
die sie immer wieder zu eigenen Mittelmeererinnerungen führen.» «Fern
von jeder Immigranten- oder Befindlichkeitsprosa beschreibt Monioudis
einen gegenwärtigen Kulturraum, wobei die einzelnen Stationen zu einer
einzigen Stadt verschmelzen. Der Autor zeichnet ein synoptisches Bild –
gleich dem, das die beiden Hauptfiguren auf kostbaren Vasen in Barcelona
betrachten. «Eine
ganze Geschichte in einem einzigen Bild zu erzählen», das entspricht
nicht nur der «Denkweise
der attischen Maler», es spiegelt zudem die Konzeption des atmosphärisch
dichten Romans Land wieder.»
«Monioudis
verfolgt in seinem Roman eine spannende Frage. Was braucht ein Mensch, um
vom Flüchtenden zum Flaneur zu werden? Dafür findet er eine hinreißende
poetische Sprache.» «Dieser
Roman entwickelt einen enormen Sog. Die symphonische Komposition des
Textes, die zwingende Anordnung von Wörtern und Motiven, die
durchgearbeitete Kunstfertigkeit – all das fesselt den Lesenden bis zum
Ende.»
«Inspiriert von
den heiseren Ohrwürmern der legendären ägyptischen Sängerin Umm Kalsum
und von Gottfried Benns Sehnsucht nach dem meditteranen Blau, erweist sich
Perikles Monioudis erneut als faszinierender Erzähler. Mit Land
legt er nun eine Hommage ans Mittelmeer vor, an das «mare
nostrum» der abendländischen Kultur. Die Abschiedsmomente, in denen
allein das verlockende Blau des Meeres zählt, verleihen dem ebenso
kontemplativen wie welthaltigen Roman einen unerwartet schroffen Reiz.» «Perikles
Monioudis erweist sich erneut als faszinierender Erzähler. Den übergeordneten
Eindrücken und Mentalitäten des Mittelmeerraums begegnet er mit alpin kühler
Beschreibungskunst.»
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