Zitate aus Rezensionen zu

 

Land

Roman, Ammann Verlag, Zürich

 

«Die äussere Handlung stellt auch diesmal nur einen Rahmen für kunstvoll stilisierte Miniaturen bereit. Vor allem anderen porträtiert Monioudis das Lebensgefühl der Levante: Seinen reisenden Helden, dessen Namen wir nie erfahren, lässt er über die großen Boulevards besagter südlicher Städte schlendern; die stimmungsvollen Bilder werden aber immer wieder von Erinnerungen an die Kindheit des Reisenden unterbrochen, die er tief in der Schweiz verbracht hat. Hier gewinnt das Lebensgefühl eines Weltbürgers Kontur, das Reisen scheint die eigentliche Lebensform dessen zu sein, der seine Wurzeln in vielen Ländern entdeckt. Mit seiner mosaikartigen Erzähltechnik folgt Monioudis einer anspruchsvollen Ästhetik der Gleichzeitigkeit, die nicht auf Spannung und deren pointierte Auflösung abzielt, sondern unterschiedliche Eindrücke und Erfahrungen simultan vermitteln will.»
Frankfurter Allgemeine Zeitung

«Inspiriert von den heiseren Ohrwürmern der legendären ägyptischen Sängerin Umm Kulthum und von Gottfried Benns Sehnsucht nach dem mediterranen Blau erweist sich Perikles Monioudis erneut als faszinierender Erzähler. Den überbordenden Eindrücken und Mentalitäten des Mittelmeerraums begegnet er mit alpin kühler Beschreibungslust. Land ist nicht zuletzt ein Buch über das Schauen und den Kult des Blicks.»
Der Spiegel

«Perikles Monioudis gehört zu den wenigen zeitgenössischen Autoren, deren Werk von der beharrlichen Entwicklung einer originären Poetik zeugt. Oft ist das Befremden hervorgehoben worden, das sich bei der Lektüre seiner Prosa einstellt, bevor die sorgfältige Komposition und die Bedeutungsvielfalt sichtbar werden, die ihr kontemplativer Blick erzeugt. Wenn Befremdung das Resultat einer durchdringenden Weltsicht ist, dann ist Monioudis' jüngster Roman Land an deren Quelle angelangt, der Fremdheit selbst. (...) So eigenwillig und zugleich zwanglos überzeugt dieser vagabundierende Roman von einer Poetik, in der allein die lebendige Wirklichkeit jenseits der starren Grenzen zwischen Heimaten, Kulturen und Sprachen zählt.»
Neue Zürcher Zeitung

«Perikles Monioudis zeigt uns in Land einen Romanhelden, der letztendlich selbst entscheidet, welche Familienrezepte er bäckt und welche nicht. Soweit das Vordergründige. Worum es hier tatsächlich geht, sind Familienwurzeln und Herkunftsprägungen, mit denen sich der Romanheld nicht ohne weiteres identifizieren will. Er möchte selbst aussuchen, was er beibehält und von was er sich trennt. Monioudis interessieren Brücken, die sich über nationale Kulturgrenzen hinweg schlagen lassen.»
Südwestrundfunk SWR 2

«Der Reisende im Roman ist auf der Suche nach dem Anderen in sich selbst. Er saugt Eindrücke auf, um sie in Sprache zu verwandeln. Er fragt sich, was die Orte mit ihm zu tun haben. Am Schluss verabschiedet sich der Flaneur in Barcelona von einer verflossenen Liebe, einer deutschen Botanikerin, die in Spanien Arbeit gefunden hat. Im Roman wird der Autor nur einmal laut, als die Botanikerin auf dem Schiff erlebt, wie zwei junge Männer eine Möwe zu Tode quälen. Monioudis liebt die Verlockungen der Fremde, die auch in Schmerz ausarten können.»
Schweizer Illustrierte

«Den Mittelmeerraum kann man sich auch als Ort vorstellen, an dem Millionen von Menschen auf der Flucht vor Katastrophen und Kriegen waren und sind oder die dort ihr Glück suchen. Der Reisende aus Perikles Monioudis' Roman Land macht sich auf zum Mittelmeer, um seinen griechischen Vorfahren nachzuspüren, die eine berühmte Zuckerbäckerei besaßen, er möchte deren Rezeptbuch finden. Seine Familie kam von Griechenland nach Alexandria, das sie verlassen musste, weshalb sie in die Schweiz zog. Er ist als Diplomat für die Schweiz in Berlin tätig. Seine Suche nach dem Buch wird schnell zur Begegnung mit der eigenen Herkunft und zur Entdeckung einer Kultur, deren Architektur, Menschen, Gesten und Geschichte von Alexandria bis zur türkischen Westküste gemeinsame Züge aufweisen.»
Die Welt

«Es sind viele feine Erkenntnisse in diesem Roman, die feinste und einfachste ist vielleicht die, dass Heimat dort ist, wo man das Gewöhnliche vom Aussergewöhnlichen unterscheiden kann.»
Tages-Anzeiger

«Der Roman ist ein poetischer, sehr suggestiver Zickzack übers Mittelmeer, eine Art Monolog, leise gesprochen, fast geflüstert. Die Reise bestätigt sich als Besiegelung eines unsäglich langen Abschieds, in den hinein der geübte Konditor Perikles Monioudis grandiose Mittelmeerbilder backt – sehr genaue Beobachtungen, die die Lesenden nicht so schnell vergessen und die sie immer wieder zu eigenen Mittelmeererinnerungen führen.»
Die WochenZeitung

«Der Mittelmeerraum ist mehr als eine gigantische Badeanstalt. Seine Menschen, Kulturen, Sprachen und sogar seine Backrezepte erschliesst uns der Glarner Monioudis in dieser eleganten mediterranen Odyssee. Lose angelehnt an die Migrationsgeschichte der eigenen Familie meditiert Monioudis über das Wesen der Identität, über Zugehörigkeit und Fremdsein.»
SonntagsZeitung

«Jäh legt das Erzählschiff vom Festland ab und steuert auf eine neue Geschichte zu. Diese Abschiedsmomente, in denen allein das verlockende Blau des Meeres zählt, verleihen dem kontemplativen Roman einen unerwartet schroffen Reiz.»
Der Tagesspiegel

«Fern von jeder Immigranten- oder Befindlichkeitsprosa beschreibt Monioudis einen gegenwärtigen Kulturraum, wobei die einzelnen Stationen zu einer einzigen Stadt verschmelzen. Der Autor zeichnet ein synoptisches Bild – gleich dem, das die beiden Hauptfiguren auf kostbaren Vasen in Barcelona betrachten. «Eine ganze Geschichte in einem einzigen Bild zu erzählen», das entspricht nicht nur der «Denkweise der attischen Maler», es spiegelt zudem die Konzeption des atmosphärisch dichten Romans Land wieder.»
Wiener Zeitung

«Fern von jeder Immigranten- oder Befindlichkeitsprosa beschreibt Monioudis einen gegenwärtigen Kulturraum, wobei die einzelnen Stationen zur selben europäischen Geschichte gehörend, zu einer Stadt verschmelzen. (...) Wie Monioudis das Nacheinander der Stationen und Gedanken in ein Zugleich bringt, ist hohe Schule, dabei schließen sich laute Töne und grelle Farben von vornherein aus. Mit "Land" liegt ein Roman vor, der (Spuren-)Suche und Menschsein in eins setzt, dessen atmosphärische Dichte seinesgleichen sucht.»
Aargauer Zeitung

«Monioudis verfolgt in seinem Roman eine spannende Frage. Was braucht ein Mensch, um vom Flüchtenden zum Flaneur zu werden? Dafür findet er eine hinreißende poetische Sprache.»
Kieler Nachrichten

«Literatur als Wahrnehmung ferner Länder, als Auseinandersetzung mit dem Fremden. Ein Panmdämonium aus den verschiedensten Kulturräumen, wo die Übersetzung eines Kochbuchs mit türkischen, arabischen und griechischen Süssigkeiten danach gemessen werden kann, ob die nach der Übersetzung entstandenen Backwaren dann auch tatsächlich schmecken.»
Der Bund

«Dieser Roman entwickelt einen enormen Sog. Die symphonische Komposition des Textes, die zwingende Anordnung von Wörtern und Motiven, die durchgearbeitete Kunstfertigkeit – all das fesselt den Lesenden bis zum Ende.»
Basler Zeitung

«Inspiriert von den heiseren Ohrwürmern der legendären ägyptischen Sängerin Umm Kalsum und von Gottfried Benns Sehnsucht nach dem meditteranen Blau, erweist sich Perikles Monioudis erneut als faszinierender Erzähler. Mit Land legt er nun eine Hommage ans Mittelmeer vor, an das «mare nostrum» der abendländischen Kultur. Die Abschiedsmomente, in denen allein das verlockende Blau des Meeres zählt, verleihen dem ebenso kontemplativen wie welthaltigen Roman einen unerwartet schroffen Reiz.»
Stuttgarter Zeitung

«Perikles Monioudis erweist sich erneut als faszinierender Erzähler. Den übergeordneten Eindrücken und Mentalitäten des Mittelmeerraums begegnet er mit alpin kühler Beschreibungskunst.»
Schweizer Monatshefte

«Ein Buch voller Atmosphäre, bei dem man die beschriebenen Geräusche und Gerüche direkt zu spüren glaubt.»
Buchprofile

«Der Schweizer Schriftsteller Perikles Monioudis auf der Fährte seiner griechischen Vorfahren und deren geheimnisvollem Rezeptbuch mit den einzigartigen Köstlichkeiten der Backkultur, das scih dieser sehr persönlichen, gleichwohl distanziert gebenden Poetik jenseits von Gucken und Abhaken angesiedelt. Ein zweischichtiger Roman, der Selbstzweifel mit einem großen Herzen für die mediterranen Menschen und ihre Schicksale verbindet. Passend dazu: Es ist auch eine emotionale Geschichte von Liebe und Trennung.»
Südkurier

«Der Reisende sucht dagegen zwischen Herkunft und Ort eine eigene Authentizität. Beim Abschreiben und Übersetzen der Rezepte geht es ihm nicht darum, Überliefertes zu sichern. Er will verinnerlichen, verstehen. Im Nachbacken der Rezepte spürt er, «was er falsch angenommen oder richtig verstanden hatte». Er will keine vererbte Identität, sondern eine selbst erarbeitete. (...) 'Er sah aufs Meer hinaus, dorthin, wo er hergekommen war.' In solch wunderbarer Offenheit schliesst der Roman.»
St. Galler Tagblatt

«So schlicht der Titel, so detailverliebt und opulent seine Sprache – fast wie das Werk eines Zuckerbäckers, das ja auch Thema des Romans ist. Etwa, wenn der Protagonist, ein Schweizer Diplomat, in Alexandria zufällig das Lied einer berühmten ägyptischen Sängerin hört oder wenn er bitteren, noch warmen Schwarztee zu trinken bekommt. Schwere, sinnliche Erinnerungen kommen da herauf, zum Beispiel, als sich der Diplomat als kleiner Junge in einer Kajüte in Schichten von Laken wälzt und sich in unsägliche Ängste hineinsteigert. (...) Aber zurück zu den kleinen Gegenständen: Sie sind Sinnbilder für grosse Zusammenhänge. Das Backgammon etwa, dessen Würfel Monioudis gegen Holzwände klimpern lässt und das der Protagonist aufgab, ist laut dem Autor die Klammer, die das ganze Mittelmeer zusammenfasst.»
Schaffhauser Nachrichten

«Perikles Monioudis lässt den Helden seines neuen Romans Land ein altes Backrezeptbuch als Atlas benutzen. (...) Die wiederbelebte "Land"-Karte korrespondiert mit den Konturen des Zufalls von behände zerstreutem Staubzucker. Monioudis arbeitet subtil heraus, wie eng die Grenzen der Assimilation im Rahmen der von der Umgebung erwarteten Anverwandlung neuer Heimat letztlich sind. Analog zum nördlichen, unterkühlten Hintergrund ist der Roman Land je nach Region, auf die der Fokus gerade gerichtet ist, bald quicklebendig, bald etwas spröde, sprachlich beschaulich und gestelzt. Gerade darin steht er der multikulturellen Schweiz eigentlich gut an. Sehr gut.»
Das Magazin der neuen Bücher

«Perikles Monioudis schreibt in einer sperrig-spröden Sprache von eigener Sinnlichkeit. Gerüche durchziehen das jüngste Werk. Salzige Meerluft, vermischt mit den Düften süsser Köstlichkeiten, Pistazien, gerösteter Mandeln, Vanille, Zimt. Monioudis lebt in zwei Welten - und erzählt zwei Leben. Und eine Liebe.»
Buchjournal Schweiz

«Land ist kein Buch für eilige Leser, denn Monioudis lässt seinen Protagonisten per Schiff fahren, er besucht mal die eine, mal die andere Stadt. Er verweilt in den Strassen und auf den Plätzen, um mit allen Sinnen diese Welt wahrzunehmen. «Der Reisende» scheut sich nicht vor dem Kontakt mit den Menschen am Mittelmeer, doch er zieht das Alleinsein vor, denn er schaut nicht bloss nach aussen, sondern erkundet und reflektiert auch seine Innenwelten. Dabei wird eine Identität sichtbar, die eindimensionale Identitätskonzepte Lügen straft. Fassbar wird aber auch ein Mittelmeerraum in seinen vielfältigen kulturellen Ausprägungen und in seiner Geschichte als Raum der Migration. (...) Monioudis' neuer Roman besticht durch die intelligente Behandlung eines aktuellen Themas, seine komplexe, variantenreiche Anlage, vor allem aber durch seine unvergleichliche, gepflegte Sprache.»
Der Landbote

«Ein magisches, autobiografisch eingefärbtes Buch, das verzaubert und süchtig macht. Es ist ein wunderbares Reisen für neugierige Sinne.»
Ostthüringische Zeitung

«Perikles Monioudis hat mit seinem neuen Roman ein kluges, sensibles und sehr genaues Buch über das Fremdsein geschrieben. Land heisst der Titel, und gemeint ist das Land rund um das Mittelmeer, das der Protagonist bereist, auf der Suche nach den Wurzeln seiner Familie. Dabei vollzieht der Reisende als Beobachter und Flaneur auf ganz eigenwillige Weise nach, wie die Randzonen Europas historisch und kulturell zusammenhängen. Die Beobachtungen des Reisenden verdichten sich zu traumwandlerischen, gestochen klaren Bildern – und die wiederum erzählen ganze Geschichten, die zwischen den Zeilen verborgen sind.»
Laudatio der Stadt Zürich auf Land, Werkjahr-Verleihung

«Monioudis' elegischer, farbenreicher Mittelmeerroman behandelt einen zentralen, für die Schweiz brisanten Stoff unserer Zeit: die Frage des Heimisch- und Fremdseins in einer globalisierten Zeit. Eine sinnlich betörende Erkundungsreise ans Mittelmeer und eine souveräne Reflexion über Identität.»
Michel Mettler, Züri Littéraire

 

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