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Im Äther In the Ether Eine
poetologische Betrachtung der Wissenschaften und eine wissenschaftliche
Betrachtung der Poesie. A
Poetological Exploration of Science and a Scientific Exploration of Poetics MIT-Poetikvorlesung, deutsch und englisch Rimbaud Verlag, Aachen 2005
Der Begriff des Äthers erscheint in den unterschiedlichsten Zusammenhängen. Die Ansichten darüber, worum es sich beim Fünften Element, wie die alten Griechen sagten, handele, gehen dabei auseinander. Der Äther sei der himmlische Urstoff, worin die Planeten glitten, postulierte Aristoteles, und René Descartes folgte ihm mit der Aussage, daß der Äther alles durchdringe. Während Einstein der Ansicht war, es gebe keinen physischen Äther, hat die Quantenphysik den Begriff wieder aus der Versenkung geholt. Auch Heinrich Hertz war sicher, daß elektromagnetische Wellen in der Luft, aber nicht im Äther sich fortsetzen. In der Dichtung begegnet man dem Äther ebenfalls immer wieder. Im
Äther, Monioudis’ Poetikvorlesung am Massachusetts Institute of
Technology in Cambridge, Massachusetts, konzentriert sich zunächst auf
physikalische, philosophische und theologische Aspekte. Dabei wird, wie
einst von Aristoteles postuliert, die Poesie als Kategorie der
Wissensgewinnung im Spannungsfeld zwischen den exakten und humanistischen
Wissenschaften wiedererweckt. Bekanntlich unterschied Aristoteles zwischen
der theoretischen Wissenschaft (Physik, Metaphysik), der praktischen
(Ethik, Politik) und der poetischen Wissenschaft (Dichtung). „Im Äther“
ist eine Kulturgeschichte des Äthers – vor allem aber eine Poetologie.
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